Kleine Dienstreise, großer Start in eine Umschulung – Ein Azubi berichtet

MGO

Norwegisch und schwedisch sprechend wird Michael G. künftig die Produktion von Brettsperrholz mit TiCom Software supporten, damit seine Ex-Kollegen auf der Baustelle die höchste Qualität erwarten können. Hier erzählt er uns, wie seine Umschulung vom Zimmermann zum IT-Systemkaufmann bei uns begonnen hat.

„An dem Tag, als ich meine Umschulung bei TimberTec mit einem einführenden Praktikum begann, wurde ich bereits beim Rundgang durchs Haus auf dem Flur von einem Kollegen aus dem Support mit der Frage konfrontiert, ob ich in sechs Wochen Zeit hätte. Meine Antwort: „Äh …Ja.“ „Gut, halt‘ dir das mal frei, denn dann kannst du mit zu einem Update beim Kunden kommen.“

Was für ein Willkommen! Ich werde wohl ewig meinen ersten Tag mit dieser überraschenden und, wie ich fand, großzügigen Einladung zu meiner ersten Dienst­reise bei TT verbinden.

Als es dann schließlich so weit war,  hatte sich herauskristallisiert, dass ich mit niemand geringerem als meinem Chef höchstpersönlich und meinem Teamleiter zu dem Update-Termin fahren würde. Ich habe enormen Respekt vor den au­ßergewöhnlichen Fähigkeiten meines Teamleiters. Gerne und fasziniert sitze ich neben ihm und sehe zu, wie er Informationen in der Datenbank von Kunden abfragt mit einer Geschwindigkeit, mit der ich nicht einmal an die Hälfte der Daten kommen würde. Und mein Chef ist halt mein Chef, also: No pressure.

So stand ich montags um 6:00 Uhr in der Früh vor meiner Wohnung an der Straße und wartete darauf, von unserem Geschäftsführer abgeholt zu werden. Ich bin eigentlich nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen und hatte in den vorherge­henden 6 Wochen so viel Wissen über unser TiCom ERP, Datenbanken und SQL aufgesogen, wie es mir irgend möglich war, aber dennoch war ich nervös. Reichlich nervös.

Die Nervosität wurde mir schnell genommen. Die Aussagen meines Chefs „Wir können gerne Du sagen, bei Dienstreisen finde ich das so besser.“ und „Macht es Dir was aus erstmal zu fahren, ich muss noch ein bisschen arbeiten.“ haben sicherlich dazu beigetragen.

Beim Kunden angekommen sorgte der mir aus meiner Zeit als Zimmermann wohlbe­kannte Geruch von frisch geschnittenem Nadelholz auf dem Werksgelände dafür, dass ich be­gann mich richtig wohl zu fühlen. Nach einer herzlichen Begrüßung beim Kunden, für meine Begleiter war es ein Wiedersehen mit „alten“ Bekannten,  machten  wir uns an dem Konferenztisch im Büro des Geschäftsführers breit.

Es musste noch einiges geprüft und vorbereitet werden, bevor das Update durchgeführt werden konnte. Währenddessen schaute ich meinem Teamleiter über die Schulter und zu versuchte so viel wie möglich von seiner Arbeit nachzuvollziehen. Das ist bei der Geschwindigkeit, in der er Code lesen und schreiben kann nicht immer einfach. Dennoch war es wahnsinnig interessant und dann war es auch bald so weit. Ich erhielt den Auftrag, den Sachbearbeitern Bescheid zu ge­ben, dass sie das Programm schließen sollen, damit wir es updaten können. Ob­wohl meine Kollegen entspannt wirkten, war ich wahrscheinlich aufgeregt genug für uns drei zusammen.

Das Update verlief ohne Komplikationen.  Ein kleinerer Fehler konnte beseitigt werden und die Benutzer konnten mit der neuen Version unseres TiCom ERPs an ihren Belegen sofort weiterarbeiten. Um 18:30 Uhr verließen wir das Werk und checkten in unserem Hotel ein. Nach einem gemeinsamen Essen fiel ich ziemlich müde von dem langen Tag und den vielen Erfahrungen ins Bett und schlief auch direkt ein.

Auch die folgenden Tage waren für mich die bislang lehrreichsten meiner Einarbeitungszeit bei Timb­erTec. Die Möglichkeit, nur an den Fällen des einen Kunden zu arbeiten, der persönliche Kontakt mit den Usern unseres Programms, die enge Zusammenarbeit mit den Kollegen und der Rundgang auf dem Betriebsgelände, mit dem Geschäftsführer des Sägewerks persönlich, haben auf allen Ebenen meiner Einarbeitung einen enormen Schub beschert.

Mit ein wenig Stolz kann ich berichten, dass ich mich nicht die ganze Zeit untauglich fühlen musste. Mit Unterstützung meiner Kollegen habe ich eine Zeile in einem Druckscript angepasst und, nachdem ich die Änderungen kontrolliert hatte und sicher sein konnte, dass sie nur mit den Anpassungen des Kunden zusammenhingen, ein anderes aus dem Vorupdate wieder eingespielt. Zudem konnte ich mit einigen organisatorischen Tätigkeiten meinen Teamleiter entlasten.  Bei der Anpassung einiger zusätzlicher Daten konnte ich ebenfalls helfen.

Die Reise hat auch meinen Eindruck verstärkt, dass ich bei TimberTec gut aufge­hoben bin. Ich war sehr gerne Zimmermann und habe es sehr bedauert, aus gesundheitlichen Grün­den Abschied vom Leben als Handwerker und vom Baustoff Holz nehmen zu müssen. Aber ich konnte unseren Kunden und seine Mitarbeiter als die Art bodenständige, verlässliche Geschäftspartner kennenlernen, mit denen ich auch in meinem alten Beruf zu tun hatte und die ich daher zu schätzen weiß. Es sind kernige Typen in karierten Hemden und freundliche Damen, die sägen, veredeln und Holz verkaufen, den besten Baustoff der Welt. Es wächst vornehmlich in den schönen Wäldern der Region um das Sägewerk. Es riecht gut, fühlt sich gut an und sieht gut aus. Auf der Dienstreise konnte ich einen noch viel direkteren (wenn auch noch recht geringen) Beitrag dazu leisten, dass sie es weiter wettbewerbsfähig produzieren und einfacher ein- und verkaufen kön­nen. Das fühlte sich gut an.“

Michael G. ,
Azubi IT System Kaufmann und gelernter Zimmermann